DIE FREMDE TOCHTER
„Abrupt wandte sie sich ab, hin- und hergerissen zwischen dem wilden Hass auf ihre Eltern, die sie gegen ihren Willen hierher verfrachtet hatten, und der verrückten Hoffnung, wieder nach Hause zu können. Und wenn sie es wirklich waren, wieso kamen sie ausgerechnet jetzt, wo sie sich langsam einzufinden begann? Bevor sie über die Schwelle trat, blickte sie sich noch einmal um und hob die Hand vors Gesicht, um die Augen vor der schräg stehenden Sonne abzuschirmen. Und sah, wie ein Fremder aus dem Wagen stieg.“
"Man hatte sie in Watte gepackt. Doch das war nun vorüber."
Von einer Sekunde auf die andere ändert sich das geordnete Leben von Lin Berwanger, Erbin einer mächtigen Pariser Tee-Dynastie: Im Krankenbett lüftet ihre Mutter Émilie das Geheimnis um Lins Vater, Monsieur Cho - in ganz Paris bekannt als "die feinste Nase für Tee". Jahrelang wohnte er nur wenige Meter von seiner Tochter entfernt, ohne es zu ahnen. Nun erfährt auch er die Wahrheit. Als Lin und Émilie spurlos verschwinden, stellt er tief getroffen Nachforschungen an. Und gerät - ebenso wie die beiden Frauen - in einen zerstörerischen Strudel aus Schuld, Hass und Rache.
Geeignete Augenblicke zum Teetrinken
Wenn Herz und Hände untätig sind.
Wenn man müde ist nach dem Lesen von Gedichten.
Wenn man in seinen Gedanken gestört ist.
Wenn man Liedern und Melodien lauscht.
Wenn ein Lied zu Ende gesungen ist.
Wenn man an einem Feiertag allein im Haus weilt.
Wenn man die Ch’in spielt und Gemälde betrachtet.
Mitten in der Nacht, in ein Gespräch vertieft.
Vor einem klaren Fenster und einem sauberen Schreibplatz.
Wenn der Tag klar und die Brise mild ist.
An einem Tag mit leichtem Regen.
In einem bemalten Boot nahe einer kleinen Holzbrücke.
Wenn die Kinder in der Schule sind.
Wenn man in einem kleinen Arbeitszimmer Weihrauch entzündet hat.
(Hsü Ts’eshu, aus dem 16. Jahrhundert)
„Gebannt starrten sie auf die Darstellungen und traten ein. Wie ein Band zogen sich Kinderbilder die Wand entlang, bunte Menschen und Bäume, Blumen und ein Auto, eine bunt bemalte Ente, in der zwei Frauen saßen, eine Brünette und eine Rothaarige. Dann war da ein Haus oben auf einem Berg und ein Gewässer. Bei näherem Betrachten erkannten sie, dass ein Kind wiederholt abgebildet war, ein Mädchen mit langen braunen Zöpfen in rotem Rock und weißer Bluse. Doch erst nach einer ganzen Weile wussten sie das eigentlich Befremdliche zu benennen: Diese ungelenken, naiven Bilder konnten nicht von einem Kind stammen. Denn der ganze Reigen lief in einer Höhe entlang, an die ein Kind niemals heranreichen würde. Die Person, von der diese seltsamen Bilder stammten, musste so groß gewesen sein wie ein Erwachsener.“
Behind the Scenes
Der Fall Kalinka Bamberski
... ereignete sich ganz in meiner Nähe im beschaulichen Lindau und ließ mich viele Jahre nicht los. Ein junges Mädchen kommt unter verdächtigen Umständen zu Tode. Die Ermittlungen werden schnell eingestellt. Aber der französische Vater kämpft für Gerechtigkeit, jahrzehntelang, mit allen Mitteln ...
Mr. Chos Nase für Tee
... hätte das Buch eigentlich heißen sollen, aber dann kam alles anders. Schade. Ich mag den Arbeitstitel immer noch lieber, finde auch, dass er mehr hergibt und besser passt ...
Mr. Chos Teeladen
... ist natürlich ausgedacht. Oder etwa doch nicht? Nein, da gibt es ja diesen feinen, kleinen Teeladen in der Rue des Martyrs, unter der gleichen Adresse wie im Buch. Er heißt néo.T. und wird von einer großen Teekennerin namens Valérie Stalport betrieben ...
Mariages Frères ...
... in der Rue du Bourg-Tibourg in Le Marais stand Pate für das im Roman vorkommende Teeimperium „Thé des Anges“. Das Traditionsunternehmen gibt es seit 1854. Mit einer erlesenen Auswahl von 650 Teesorten aus 36 Ländern hat sich das Unternehmen in über 60 Ländern einen Namen gemacht. Tee von Mariage Frères wird in den feinsten Hotels der Welt serviert, darunter im Ritz in Paris und im Claridge’s in London, und sogar in der First Class von Japan Airlines ...
„Warum Émilie den Mann bei sich den Fremden nannte, war ihr selbst nicht ganz klar. Er war Asiate, wie die anderen auch, und hatte irgendetwas mit Tee zu tun. Dennoch hatte Émilie den Eindruck, dass er sich von ihnen unterschied, durch einen anderen Tonfall beim Sprechen und auch äußerlich. Zwar war er genauso schlank und drahtig wie alle hier, dabei aber gut einen Kopf großer als die Chan-Männer. Und alle nannten ihn „Mister Cho“, auch untereinander, was Émilie belustigte und was sie nicht recht begriff.“
Die Stimmung in Worte fassen
Emilies Haus in Montmartre
Teesalon von Mariage Frères
Pariser Impressionen
Claire Laurents Hausboot am Quai d'Austerlitz
Metro Stalingrad
Mr. Chos Wohnung an der Passage des Abbesses
Blick von Sacré Coeur
Sacré Coeur
Mr. Chos Wohnung
Pressestimmen zu "Die fremde Tochter" - Buch und Hörbuch
"Anja Jonuleit ist es mit „Die fremde Tochter“ sensationell gelungen, einen spannenden Krimi, eine faszinierende Familiengeschichte und eine romantische Love-Story in einem sehr bewegenden Werk zu schreiben."
Buchkritik.at
"Von Anja Jonuleit haben wir nun schon viele Romane für Sie besprochen. Sie ist eine Ausnahmeautorin – jedes ihrer Bücher, ob Krimi oder Familiengeschichte hat uns gefallen und war es uns wert, an Sie weiterzuempfehlen. … Eine dramatische Geschichte, wunderbar zu lesen, unterhaltsam – eben ein typischer Jonuleit-Roman."
literaturherbst-krumbach.de
"Ein wunderbar dramatisches Familienportrait."
TELE und TV Star, Zürich
"Drei Frauengenerationen umfasst diese schön erzählte Geschichte, die mit klugen und überraschenden Details überzeugt."
der-kultur-blog.de
"Mit Die Fremde Tochter hat Anja Jonuleit einen spannenden Thriller geschrieben, der das Schicksal dreier Frauen geschickt mit Chos Reise in seine eigene Vergangenheit verbindet. Das ist spannend und einfallsreich."
Südwest Presse
"Das Buch beginnt zunächst wie eine Liebesgeschichte, entwickelt sich aber immer mehr zu einem sehr spannenden Krimi."
Westfalen-Blatt Sonntagszeitung
"Zauber und Exotik dieses Buches lassen niemanden unberührt."
Freizeit Exklusiv Buchtipps
"Allerdings handelt es sich bei diesem Buch nicht nur um eine Ode an das Heißgetränk. – auch wenn die ersten Zeilen es vermuten lassen -, sondern vielmehr um eine vielschichtige Familiengeschichte mit kriminalistischer Note und nicht nur einem Geheimnis."
Schwäbische Zeitung
"Das Buch beginnt zunächst wie eine Liebesgeschichte, entwickelt sich aber immer mehr zu einem sehr spannenden Krimi."
Versmold erleben, Buchtipp
"Sehr empfehlenswert."
wodisoft.ch
"Die anfängliche Liebesgeschichte entwickelt sich im Laufe der zweigleisigen Geschichte zu einem spannenden Krimi."
Nordlicht Anzeiger für Harlingerland
"Eine dramatische Familiengeschichte zwischen Paris und den chinesischen Teeplantagen von Yunnan."
Alles für die Frau
"Die fremde Tochter beginnt mit einem Paukenschlag und lässt den Rest des Buches über nicht nach, sondern lässt den Leser atemlos vor Ungeduld auf das nächste Puzzleteil warten."
LeseLust
„Die fremde Tochter“ ist kein Krimi, auch wenn es sich vielleicht ein klein wenig so anhört. Vielmehr ist es ein Familienroman und die tragische Geschichte einer Liebe bzw. zweier Liebender. Trotzdem ist es nicht weniger spannend als ein Krimi, denn die immer wieder neu auftauchenden Aspekte und Wendungen machen das Ganze einfach unvorhersehbar und zu einem riesigen Lesespaß."
Sandras Testblog
"Mit Die fremde Tochter hat Anja Jonuleit einen spannenden Thriller geschrieben, der das Schicksal dreier Frauen geschickt mit Chos Reise in die eigene Vergangenheit verbindet."
Tauber-Zeitung, 01.08.2013
"Anja Jonuleit singt in „Die fremde Tochter“ das Hohelied auf den Tee. Ingwer, Pfirsich, Mirabelle – dieser Tee singt ein Lied, schreibt sie poetisch. Wer sich in dieses Buch ziehen lässt, wird nicht nur mit Fachbegriffen belohnt, die in China garantiert weiterhelfen […] , sondern auch in eine seltsame Vater-Tochter-Geschichte geführt ."
Buchempfehlung "Kulinarische Lektüre“, Der Sonntag,
"Auch für überzeugte Kaffeetrinker ist die spannende Reise in die Welt des Tees, die man als Leser mit dem Teemeister Cho unternimmt, äußerst inspirierend."
Braunschweiger-Zeitung
"Die anrührende Liebesgeschichte, zart wie Seide, entführt den Leser in die Welt des Tees. Doch mit jeder Seite verwandelt sich die Geschichte in einen Krimi, der den Leser atemlos an die Seiten fesselt."
Eva-Maria Nielsens Lesecouch
"Anja Jonuleits in diesem Monat bei dtv erschienener Roman Die fremde Tochter spielt zwischen Paris und den Teegärten von Yunnan und liefert alles, was ein gutes Buch braucht: Leidenschaft, Poesie und Spannung."
Südkurier