RABENFRAUEN
„Es gibt keinen Ausdruck, der meine Schuld in Worte kleiden könnte. Während der Tío meinen Undank, mein schmutziges Wesen, meinen Gestank geißelt, wage ich lange nicht, in die Augen der anderen zu sehen. Als ich es schließlich doch tue, erschrecke ich. Und da erkenne ich, dass ich keine Gnade zu erwarten brauche. Keine Gnade und kein Erbarmen. Die Herren blicken starr an mir vorbei, aber die frommen Tanten machen aus ihrem Hass und ihrer Verachtung keinen Hehl. Hier werde ich kein Mitleid finden."
»Doch das Allerschlimmste war der Verrat.«
Jahrhundertsommer 1959 in Grösitz: Die Freundinnen Ruth und Christa genießen die letzten Ferien vor dem Abitur. Eines Abends lernen sie beim Baden im nahe gelegenen Bach Erich kennen, der zu einer Gruppe freikirchlicher Christen gehört, die dort ihre Zelte aufgeschlagen hat. Eine willkommene Abwechslung für die Mädchen, die fortan viel Zeit im Zeltlager verbringen. Aber dann verlieben sich alle beide in Erich. Und das Schicksal der Freundinnen ändert sich für immer – auf dramatische Weise.
"Panisch blickte ich in die vom Kerzenschein beleuchteten Gesichter, die nun unheimlich wirkten, gar nicht wie die Gesichter der patenten und arbeitsamen Männer, die ich in den vergangenen Tagen immer wieder bei den Mahlzeiten und Gottesdiensten gesehen hatte. Und wie ich dort stand in dieser Licht- und Schattenlandschaft, fühlte ich mich wie in einem Gemälde von Hieronymus Bosch, in irgendeiner scheußlichen Bibelszene um Rache und Verdammnis, um das Jüngste Gericht, um all die Seelen, die im Fegefeuer brannten."
Der erste Impuls
Mit einem Zeitungsfoto und dem Eindruck von "Idylle pur" fing alles an. Darauf zu sehen eine alte Frau vor einem Meer von Rudbeckia. Die Schlagzeile im wahrsten Sinne ein Schlag. Der Tenor: Wo früher gefoltert und gemordet wurde, wird jetzt Oktoberfest und Hochzeit gefeiert. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass mich die Recherche ans andere Ende der Welt, in die Villa Baviera nach Chile führen sollte. Was ich dort erfuhr, die Begegnungen, die ich dort hatte, gehören zu den eindrücklichsten Erinnerungen meines Lebens und bildeten den Einstieg in ein Thema, das mich bis heute fassungslos zurücklässt.
Kurzer Einblick in die Themenwelt:
Colonia Dignidad
Die Colonia Dignidad war eine Siedlung und Sekte in Chile, die 1961 vom ehemaligen deutschen Laienprediger Paul Schäfer gegründet wurde. Die Gemeinschaft bestand aus deutschen Auswanderern, die nach strengen religiösen und autoritären Prinzipien lebten. Unter Schäfers Führung entwickelte sich die Colonia Dignidad zu einem hermetisch abgeschlossenen System, in dem systematische Menschenrechtsverletzungen stattfanden, darunter psychische, physische und sexuelle Misshandlungen sowie Zwangsarbeit.
Während der chilenischen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet (1973–1990) kooperierte die Colonia Dignidad mit dem chilenischen Geheimdienst DINA und diente als Folterzentrum für politische Gefangene. Die Sekte stand über Jahrzehnte in enger Verbindung mit deutschen und chilenischen Behörden, die zum Teil über die Verbrechen informiert waren, jedoch nicht eingriffen. Erst in den späten 1990er Jahren kam das System durch Berichte von Aussteigern und Untersuchungen an die Öffentlichkeit. Paul Schäfer wurde 2005 verhaftet und 2010 wegen seiner Verbrechen verurteilt.
Die Colonia Dignidad gilt heute als ein Beispiel für totalitäre Strukturen und Verbrechen in abgeschotteten Gemeinschaften.
Die Überlebenden und Nachkommen der Colonia Dignidad, heute als Villa Baviera bekannt, betreiben heute ein touristisches Zentrum mit Hotelbetrieb. Auf dem Gelände werden Veranstaltungen im bayerischen Stil organisiert, darunter Oktoberfeste mit traditioneller deutscher Musik, Trachten und Speisen.
Eine Reise in die Vergangenheit...
Erstes Schild an der Landstraße
Hier geht es rechts ab auf die Piste
Kornfelder entlang der Piste auf dem Weg zur Villa Baviera
Zufahrt zur Villa Baviera
Zippelhaus: ehemaliges Versammlungshaus der Gemeinschaft, jetzt Restaurant
Im Zippelhaus
Freihaus
Historisches Foto: gemeinsames Essen
Landwirtschaftlicher Betrieb in der Villa Baviera
Getreide-Lagerhalle
Historisches Foto: Bewohner der Colonia bei der Feldarbeit
Historisches Foto: Frauen der Colonia bei der Feldarbeit
Mühle
Historisches Foto: Dienstags und freitags kamen chilenische Landwirte in die Colonia, um die Weizenernte gegen Mehl einzutauschen.
Historisches Foto: Frauen der Colonia mit chilenischen Landwirten
Historisches Foto: Im Mühlenladen wurden Brote, Kuchen, heißer Kaffee und andere Produkte verkauft.
Historisches Foto: Arbeit in der Mühle
Schreinerei und Tischlerei
Historisches Foto: Arbeit in der Wäscherei
Historisches Foto: Arbeit in der Mangelstube
Historisches Foto: Frauen der Colonia beim Handarbeiten
Historisches Foto: Arbeit in der Wäscherei
Historisches Foto: Arbeit in der Bügelstube
Arbeit im Betonwerk: Herstellung von Dachziegeln, Drainagerohren, Betonrohren mit einem Durchmesser von 90 cm, Keramiken und Fliesen. In den ersten Jahren arbeiteten hier fast ausschließlich Frauen.
Kuhstall
Historisches Foto: Bau des Kanals und der Turbinenanlage "Las Turbinas"
Teil der Turbinenanlage zur Stromerzeugung
Kanal
Heuschober
Kuhstall und Molkerei
Geflügelfarm
Historisches Foto: Arbeit auf der Geflügelfarm
Historisches Foto: Vor der "Cocina de Perros" (Hundeküche), einem Gebäude, das ausschließlich der Zubereitung von Hundefutter diente. In der ehemaligen Colonia Dignidad wurden zeitweise bis zu hundert Hunde gehalten.
Historisches Foto: vor der "Cocina de Perros" (Hundeküche)
Schrottplatz/Altglassammelstelle
Konditorei
Historisches Foto: Arbeit in der Konditorei
Konditorei
Zaunanlage
Zaunanlage
Historisches Foto: Bau des Krankenhauses
Schule der Villa Baviera
Aufsteller vor dem ehemaligen Krankenhaus
Historisches Foto: ehemaliges Krankenhaus
Historisches Foto: Krankenschwestern
Historisches Foto: chilenische Patienten
Historisches Foto: Krankenschwestern bei der Arbeit
Historisches Foto: im OP-Saal
Historisches Foto: Krankentransport mit dem Flugzeug der Colonia
Historische Fotos: in der Colonia geborene chilenische Kinder
Historisches Foto: Chilenen protestieren gegen die Schließung des Krankenhauses
Schrottplatz
Alter Aufsteller vor dem ehemaligen Krankenhaus
Gemüseanbau heute
Tomatenernte
Gewächshaus
Blumenanbau
"Balsa": Boot, das an einem Seil über den Fluss gezogen wird
Historisches Foto: Überfahrt über den Perquilauquén mit der "Balsa", damals ein aus einem Baumstamm gefertigtes Boot
Der Perquilauquén bei niedrigem Wasserstand
Überlandfahrt: Trinkwasserspeicher der Villa Baviera
Unimog-Fahrt: Kornfelder der Villa Baviera
Wilde Hagebutten
Friedhof der Villa Baviera
Friedhofstor
Pressestimmen zu "Rabenfrauen" - Buch und Hörbuch
"Anja Jonuleit gelingt es auf beeindruckende Weise, das unfassbare Durchhaltevermögen dreier zentraler Frauenfiguren deutlich zu machen. Ein Aspekt, den die hervorragenden Sprecherinnen in der Hörbuchfassung noch verstärken."
Bayern 2-HörbuchFavorit
"Hochspannend und sprachlich wunderschön erzählt Anja Jonuleit aus einem verstörenden Mikrokosmos."
BÜCHER Magazin, Wertung GRANDIOS
"Aufwendig recherchiert, umgesetzt in ein ergreifendes Hörbuch, gelesen von einer ausgezeichnet besetzten Sprecherinnen-Riege."
MDR Kultur
"Fernab der Sensationsgier und gerade dadurch sehr nah an den Gefühlen der betroffenen Frauen führt dieses Hörbuch in die Abgründe der menschlichen Seele. Der Roman ist packend bis zur letzten Minute – und darüber hinaus."
Bayern 2 Diwan
„Rabenfrauen schockiert und fesselt zugleich!"
Alex Dengler, denglers-buchkritik.de
"Anja Jonuleit hat eine von Anfang an packende Geschichte geschrieben, die sehr gut recherchiert und geschrieben ist."
der-hoerspiegel.de
"Ich bin gerade der Meinung, dass dies mein bestes und wertvollstes Hörbuch ist, das auf jeden Fall einen guten Platz in meinem Regal finden wird. Einfach unbeschreiblich ergreifend!"
claudias-buecherregal
"… eine tief greifende, schockierende und authentische Geschichte, die mich sehr berührt hat."
dierabenmutti.de
"Der Hörer wird so behutsam an alles heran geführt, dass sich der ganze Schrecken dieser Kolonie und der darin herrschenden Zuständige offenbart. Rabenfrauen ist ein durch und durch gelungenes Stück Geschichte in attraktiver Form erzählt."
leser-welt.de
"Berührend."
Bella
"Zu fesselnd, bewegend, erschütternd sind ihre „Rabenfrauen“ – vor allem wenn man sich zwischendurch vor Augen führt, dass das meiste wirklich passiert ist."
NDR Kultur
"… dank dreier ausgezeichneter Sprecherinnen spannend, mitunter ergreifend… Ein ausgezeichnetes Hörbuch!"
WDR 3 Mosaik
"Alles in allem ist dies ein bewegendes Buch, das in menschliche Abgründe führt und das man nicht so leicht vergisst."
Mannheimer Morgen
"Diese Geschichte, die auf einer grausamen Wahrheit beruht, lässt einen nicht so schnell los. Unbedingt lesenswert."
Walsroder Zeitung
"Anja Jonuleits Roman Rabenfrauen ist eine äußerst spannende Lektüre über die Sekte."
Frankfurter Neue Presse
"Eine packende Familiengeschichte vor historischem Hintergrund, packend und bewegend."
Literaturkurier
"Die berührende Geschichte zweier Frauen unter dem Einfluss der Colonia Dignidad."
Lebensart
"Die berührende und zugleich erschütternde Geschichte zweier Frauen unter dem Einfluss der Sekte Colonia Dignidad – spannend und kraftvoll erzählt, packend und bewegend zugleich."
Rhein-Neckar-Zeitung
"Jonuleits Roman macht nachvollziehbar, warum manche Menschen den Verführungen totalitärer religiöser Systeme erliegen."
Ostfriesen-Zeitung
"Rabenfrauen von Anja Jonuleit ist bewegend und erschütternd – denn das meiste ist wirklich passiert!"
frei!
"Eine fesselnde Geschichte junger Frauen unter dem Einfluss der ›Colonia Dignidad"
TV Gesund & Leben
"Jonuleit beweist mal wieder, dass sie definitiv eine unter wenigen Top-Schriftstellerinnen bei uns ist."
literaturmarkt.info
"Es ist ein bewegendes Buch, das in Abgründe führt und das niemand vergisst."
Offenbach-Post
"Ich hatte den Begriff Colognia Dignidad zwar schon mal gehört, konnte aber nicht wirklich etwas damit in Verbindung bringen. Ich staunte von Minute zu Minute mehr und konnte das Hörbuch nicht mehr ausschalten."
Quodlibet - Der Hörbuchblog
"Eine fesselnde Geschichte, oder besser gesagt: drei!… Dieses Hörbuch lässt den Hörer nachdenklich zurück, die Schicksale der drei Frauen sind berührend, aber auch erschütternd."
lizzynet.de
"Ein Buch, das nicht loslässt und zum Nachdenken anregt."
Weser Kurier
"Der Roman übt bereits von der ersten Seite an eine sehr große Sogwirkung auf den Leser aus, ist teilweise unerträglich spannend und oftmals sehr traurig."
Westfalen-Blatt
"Eine fesselnde Geschichte junger Frauen unter dem Einfluss der Colonia Dignidad."
TV Gesund & Leben
"Faszinierend, berührend, spannend und gleichermaßen erschütternd."
Hallo München
"Anja Jonuleit hat für dieses Buch sehr gut recherchiert, mit mehreren ehemaligen Mitgliedern gesprochen und den Ort des Geschehens besucht."
Dingolfinger Anzeiger
"Das Ergebnis ihrer Recherchen liegt nun als Roman vor – spannend und kraftvoll erzählt, packend und bewegend zugleich."
Rhein-Neckar-Zeitung
"Ein sehr bemerkenswerter Roman mit jungem historischem HIntergrund."
Kieler Nachrichten