NEUNERLEI

„Erst als ich direkt vor dem Grab des Namenlosen stand, bemerkte ich das Glas auf der Platte. Ich kniete nieder, die Stirn in Falten. Es war ein zierliches, geschwungenes Gefäß mit Deckel, und darin lagen ein paar Körner.“ 

 Eines winterlichen Tages - es ist nicht mehr lange bis Weihnachten - stolpert Sami über ein Gläschen, gefüllt mit Körnern, die er nicht kennt. Er bringt es zur nächsten Apotheke und findet sich dort vor einer Mohnblüte wieder: Eine kleine rothaarige Apothekerin schnuppert an dem Glas, blickt verschämt zu Sami hoch - und läuft rot an, bevor sie ihm den Inhalt verrät. Ein paar Tage und einige Gewürzgläser später beschließen die beiden, das Rätsel um die Gewürze zu lösen, und finden über das duftende Geheimnis einer alten Dame zueinander. 

 

"Es war nicht gerade so, dass ich mit der Adventszeit besonders selige Kindheitserinnerungen verband. Auch war ich der festen Überzeugung, dass es so etwas wie Weihnachtszauber nicht mehr gab. Bei uns zu Hause liefen die Heiligen Abende immer gleich ab und stets richtete Vater es so ein, dass wir spätestens um acht Uhr vor dem Fernseher landeten, Tagesschau, und dann zusahen, wie andere Leute Weihnachten feierten."

Der erste Impuls

Die Idee zu meiner Weihnachtsgeschichte kam zu mir – wo sonst – auf einem Weihnachtsmarkt. Ich liebe diese magische Zeit, auch wenn sie grundsätzlich anders verläuft, als ich mir das erträume und ich mich gerade dann in einem besonders schnell drehenden Hamsterrad befinde. Und doch bleibe ich ein hartnäckiger Fan und lasse mich jedes Jahr neu bezaubern vom Lichterglanz und dem Duft nach Glühwein und gebrannten Mandeln. Und so entdeckte ich den Kranz. Er war kein gewöhnlicher, sondern ein echtes Kunstwerk: riesig, prachtvoll und komplett aus Gewürzen gemacht. Ein bisschen verrückt, ein bisschen großartig – also genau mein Ding. Ich musste ihn haben.

     Zu Hause stand er dann, in all seiner würzigen Pracht, und während ich die einzelnen Gewürze betrachtete, kam mir die Idee: Warum nicht die Geschichten dieser Düfte und Aromen mit zwei Charakteren verbinden, die unterschiedlicher kaum sein könnten? Einer, der Weihnachten lebt – Lichterketten, Lebkuchen, das volle Programm. Und der andere? Ein Grinch durch und durch, ohne jeglichen Sinn für Adventszauber. So entstand Neunerlei – mit einer Prise Gewürze, einem Hauch Weihnachtszauber und einer großen Portion Geheimnis ...

Pressestimmen zu "Neunerlei"

"Neunerlei ist nicht nur ein Weihnachts-Liebes-Märchen von Anja Jonuleit, es besteht aus Hirsesuppe, Bratwürsten mit Sauerkraut, Braten und Klößen, Rot- und Grünkohl, Rouladen und roter Grütze. [...] Alles weitere erfahren alle LeserInnen in dieser liebenswürdigen Sprache erzählt vor."
kultur-punkt.ch

"Aber dann gibt es doch hin und wieder ein Buch, das mit wenigen Stimmungsbildern und einer guten Geschichte mehr erreicht als alle Kinderchöre in Radio und TV zusammen."
Wiener Zeitung Online

"
Anja Jonuleit hat die geheimnisvolle Weihnachtserzählung geschrieben, und wer sich von dem Zauber dieser besonderen Zeit im Jahr gerne einfangen lässt, wird hier bestens bedient."
Schwäbische Zeitung


"Anja Jonuleit hat mit Neunerlei eine kleine, aber feine Erzählung vorgelegt ..."
Das Ostpreußenblatt

"Ihr Buch ist auch eine kleine Gewürzkunde. Piment, Kardamom, Zimt - von jedem Gewürz erfährt man, wie es wirkt."
Wochenblatt Friedrichshafen

 
"Neunerlei ist ein zauberhaftes Weihnachts-Liebesmärchen..."
Buch aktuell

"... ein ebenso sensibel wie fein-humorvoll dargebotener Lesestoff für alle, die eine lohnenswerte Lektüre genießen möchten."
Buxtehuder Tageblatt

"Ein bisschen märchenhaft, wie eben Weihnachtsgeschichten auch sein dürfen, und sehr hübsch zu lesen an einem gemütlichen Adventsnachmittag, wenn's draußen schon dunkel wird und die ersten nach Zimt duftenden Plätzchen auf dem Teller liegen."
literaturherbst-krumbach.de